Monday, March 21, 2011

The most beautiful end of the world (5-8 March): Part I

Have you ever been to the Wilson's Prom? If no, can you imagine a place that reminds you of the rainforests, and the turquoise waters of the tropics? Of the Bretagne, Cinque Terre, the Cape of Good Hope peninsula? Of Scottish highlands, Scandinavian marshes, and the blue color and glaring light of the Aegean Sea? No? Then you should go to the Southeastern end of Australia. If there is one place in the world that is worth seeing, this might well be it. It is, most definitely, the most beautiful end of the world.

Here are some notes on how I got there:

After a long Friday night in the office, I went home, not knowing your plans for the weekend. People were telling me enthusiastically that I should go to the "Prom", as the Wilson's Promontory National Park is commonly called, but I was deterred by the transport problem. Sacha and Anna needed their car themselves. Public transport to the prom is a disaster. Hitchhiking? No experience, so better leave it. Although I wasn't particularly keen on driving through Melbourne on a busy Saturday morning, I decided, finally, to hire a car and to exploit the fine weather. Sacha and Anna gave me their impressive camping gear, I packed some clothes, and off we go.

At first, it seemed that the trip would be a non-starter: although I had reserved online, the guy at the rental car agency told me that he needed a proof of residence. Passport wouldn't work. Bank statement would!!! No mention of that in the online reservation though. Anyway, I talked them into giving me a car (I even got an upgrade), did some shopping at the local market, and headed off.

Since I was, on that Saturday, not a particularly early bird, and had to do packing, booking, shopping, I did not leave before 1 pm. Of course, it took me one hour in frantic traffic to get to Monash freeway (I have to admit, though, that I wanted to avoid the tolls...). But once out of the metropolitan area, driving was fine, and after a 3.5 hour drive, I arrived at Tidal River, the centre of the national park. Basically, this place consists of a camping area + some huts + a visitor centre + a shop + a take-away. But: the camping area is beautiful, and it is a five minute walk to the beach.

Anyway, I set up my tent, got some fish & chips, and went for a sunset walk along the cliffs. I adapted my schedule to the sunlight: going to bed early (9 pm) in order to get up early (6 am). The reward of this shift was that the next morning, I was, after a short hike, standing alone on the top of Mount Oberon, a summit with a wonderful 360 degrees view.

The weather was splendid all the time I was there, without being too warm for strenuous dayhikes. So I did a couple of tours: to Tongue Point, Sealer's Cove, Norman Point, Squeaky Beach to Paradise Beach (merits the name), and so on. I think the grand total was well over 50km in 48 hours, but ever single kilometer was worth it.

Unfortunately, my photo device is now broken (sand!), so I cannot post any pictures. (There are pictures on the memory card, but I don't have a cardreader, so it will take some time before I can post them.) C&P some pics from the web, though:

One of the many sandy beaches with turquoise waters:


A view from the air:


A view of the West coast with the Tidal River "village", from the top of Mt. Oberon:


Coast scenery at the West Coast:

Umzug (Ende Februar)

Auszug aus einer von mir versandten Email:

> Anderthalb Tage schleppen und schieben liegen hinter mir: der Umzug ist
> geschafft! Es hat sich gelohnt. Das neue Heim ist bedeutend schöner als
> das alte (mehr Licht, größerer Garten, schöne Terrasse, etc.),
> wenngleich nicht frei von einigen Macken. Konkret heißt das Holzdielen
> in allen Räumen außer dem Bad -- so weit, so gut --, aber in einigen
> Räumen (glücklicherweise nicht meinem) befinden sie sich auch an den
> Wänden bis ca. 1,80 Höhe.
>
> Diese Saunaoptik ist ja nicht ganz meins. Man muss allerdings sagen,
> dass aufgrund des reichlich vorhandenen Platzes und der hohen Decken
> (gut 3,00 Meter, mit Stuck) sich aus dem Haus ein richtiges Schmuckstück
> machen ließe. Dazu müsste man "nur" die Handwerker kommen lassen und
> alle deutsche Eiche sowie die Blümchentapeten radikal ausmisten. Dies
> sehe ich allerdings in naher Zukunft nicht passieren, denn meine
> Gastgeber, Sacha und Anna, sind in dieser Hinsicht ein bisschen wie ein
> mir gut bekanntes Paar. Im Ergebnis wurde bei diesem Umzug viel zu wenig -- um die
> Dinge auf den Punkt zu bringen: gar nichts -- weggeschmissen. Entweder
> könnte man dieses oder jenes Teil ja noch irgendwann mal (wann
> eigentlich genau?) brauchen, oder es wurden Familienbande geltend
> gemacht -- wie bei der von Sachas Vater selbst gezimmerten, aber leider
> potthässlichen Wohnzimmercouch.
>
> Insbesondere gab es im alten Haus eine Garage, wo u.a. die Fahrräder
> standen. Dort hat sich auch im Laufe der Jahre allerlei Mobiliar
> angesammelt, das ich bestenfalls (!) als Sperrmüll bezeichnen würde.
> Irgendein Freund ist umgezogen, hatte einen Schrank abzugeben, oder es
> hatten Leute im Internet inseriert, Sachen kostenlos oder für'n Appel
> und n'Ei zum Selbstabholen... Das hat sich dann alles unter tausend
> Spinnweben angesammelt und ist in der leicht feuchten Umgebung fröhlich
> vor sich hin gegärt.
>
> Im neuen Haus gibt es eine solche Garage leider nicht, und Sacha und
> Anna hielten es nicht für nötig, vor dem Unzug den Sperrmüll zu
> bestellen (s.o.). Daher wurde dann ein offenkundig muffiger, vom
> Aufenthalt in der Garage feuchter und auch ansonsten in jeder Hinsicht
> furchtbarer Schrank zunächst einmal in meinem (geräumigen) Zimmer
> abgestellt! Auf meinen Protest hin wurde er allerdings umgehend wieder
> entfernt. Da das Teil selbst beim Hin- und Herschleppen unverkennbar
> duftete, hätte ich es direkt entsorgt... es steht nun im Wohnzimmer.
> Wahrscheinlich weil die Veranda vor dem Haus gebraucht wird, um einen
> anderen, extrem schweren Schrank zu beherbergen, der an einer Seite
> komplett verfault ist. Das passiert eben, wenn man zu geizig ist, zu
> IKEA zu fahren, und sich seine Möbel von Sperrmüll, Marktplatz & Co.
> holt. Habe kein einziges Stück gesehen, das es selbst ein Billy-Regal an
> Eleganz und Charme übertreffen würde... halt, das stimmt nicht ganz, das
> im Übrigen gut gestimmte Klavier ist zwar aus rotbraunem Holz gezimmert,
> hat aber Stil und einen guten Klang.
>
> Wie dem auch sei, Samstag gingen wir also mit einem Anhänger und dem
> Pickup-LKW seiner Eltern, die eine Farm im Outback haben, zur Sache. Ich
> hatte keine Verpflichtung, aber wollte mich nützlich machen, zumal mir
> die beiden auch den einen oder anderen Gefallen getan hatten. Das große
> Umziehen war für den Sonntag vorgesehen, aber wir wollten halt schon mal
> viel Zeug weghaben. Haben die Küche eingepackt, Betten, Kühlschrank und
> Gefriertruhe transportiert, etc. Sacha ist Doktorand der
> Biologie, aber auf einem Bauernhof aufgewachsen (auf dem "immer was zu
> tun" sei) und daher handwerklich geschickt. Voll Vertrauen plante er,
> den Kühlschrank ohne helfende Hand, nur mit dem Trolley, auf die
> Ladefläche des Pickups zu transportieren. Es wurden also ein paar
> Planken schräg zwischen Hauseingang und Ladefläche gelegt, aber das ging
> sich hinten und vorne nicht aus. Dann habe ich mitgeholfen, aber
> trotzdem wäre uns das Ding beinahe abgestürzt. Glücklicherweise war
> Anna
> in der Nähe und wir konnten das Gerät dann zu dritt irgendwie auf die
> Ladefläche bugsieren.
>
> Während Alec (Sachas Stiefvater, netter Typ mit ziemlich
> unverständlichem Outback-Akzent) den Hühnerstall abbaute, schafften wir
> (Sacha, Anna, seine Mutter Judy, ich) zwei Runden. Habe die Küche des
> neuen Hauses mit einer Runde Spaghetti und Bruschetta eingeweiht. Bei
> der letzten Fahrt teilte ich die Rückbank übrigens mit einer
> undefinierten Menge Gepäck, sowie Hund und Katze. Die Menagerie -- die
> Hühner reisten in einem gut verschnürten Pappkarton mit -- überstand
> die
> Fahrt unversehrt, und danach konnte ich mich glücklicherweise aus dem
> Staube machen: Mark Burgman, der Chef der Abteilung, wo ich arbeite,
> hatte zum Dinner geladen. Ich also duschen (Wohltat!), und ab auf dem
> Fahrrad in die Stadt, wo mich ein wirklich tolles Abendessen in
> entspannter Atmosphäre erwartete. Neben Marks Frau und einem
> befreundeten schwulen Paar war noch ein Neffe dabei, der auf ein
> Internat in der Nähe geht und über die väterliche Linie einen deutschen
> Pass hat (aber leider kein Wort Deutsch spricht!). Marks Frau ist von
> Beruf Malerin, eine ziemlich gute m.E., und ich überlege schon, ob ich
> etwas in Auftrag geben soll! Darüber hinaus habe ich von einem der Gäste
> gelernt, dass man nie KLM fliegen darf: albtraumhafte Erfahrung mit
> Notlandung in Neu-Delhi, zwei Tage warten, eingesammelten Pässen
> (illegal!), null Service und Entgegenkommen, etc.
>
> Nach etlichen Gläsern Shiraz und Pinot Noir und einer Runde exzellenten
> australischen Ports machte ich mich dann auf den Heimweg. Legte mich im
> Regen mit dem Fahrrad spektakulär auf die Schnauze, habe aber nur ein
> paar Kratzer am Ellenbogen abbekommen. Dennoch ein gelungener
> Tagesabschlus.
>
> Sonntag konnte ich dann etwas ausschlafen, und habe mit Sachas Eltern
> gefrühstückt. Das war sehr nett, obwohl Du es wohl etwas
> gewöhnungsbedürftig finden wirst, dass niemand daran Anstoß nahm, dass
> sich der Hund auf dem Feldbett der Eltern breitmachte. Sacha und Anna
> waren währenddessen mit drei weitere Freunden mit einem gemieteten LKW
> am Einladen im alten Haus. Das Ausladen selbst ging mehr oder minder
> problemlos ("Ein Klavier! Ein Klavier!" -- "Passt auf, das Ihr keine
> Kratzer in die Türrahmen macht"), dann wurde noch etwas ausgepackt, und
> gegen vier waren wir erst einmal -- und ich definitiv -- fertig. Habe
> mich dann wieder an die (geistige) Arbeit gesetzt, und nachher gab es
> Pizza für die verbliebenen Helfer.
>

Friday, February 11, 2011

News from Melbourne

Today, I met an Indonesian M.Sc. student in the lab. When I asked him whether he liked Melbourne, he replied that the city was so quiet, that everything was regulated. (That's probably a polite way of saying that he did not like it too much.) Indeed, that was my first impression, too, upon arriving at Melbourne Airport and taking the train into town. Coming from lively and bustling places such as Kuala Lumpur and Melaka, I felt like in another world, like in a graveyard. In Thailand, Malaysia or Singapore, everything is densely packed. This can increase your stress level, particularly in Bangkok, but on the other hand, it is just wonderful to see that all day something is going on, that the city is alive.

That said, I do like Melbourne. The city is quite spread out, like some American cities, but still navigable by bike. There are a lot of colonial-style buildings in residential areas which make the daily ride to uni more pleasant, at some points there are even bike paths, and most neighborhoods have pleasant main streets with shops and cafes in-between. The centre is arguably beautiful, with the skyscrapers and boutique stores on the North side, and the Botanic gardens on the South side of the river. There, I attended a free concert on Wednesday night in a kind of amphithreatre: Mozart's C major piano concert (KV 467) and Mahler's Fifth. Several thousand people were sitting on the lawn, having with picnic, and listening afterwards to the Melbourne Symphony Orchestra. Good stuff. I had brought neither wine nor snacks, but if you can listen to beautiful music in a park at dusk, that's maybe not required either.

Yes, and I have also tried my luck at bridge. And here I have to sing a praise song for the Netherlands. Players at home are better, younger and also more friendly. There is nothing worse than people who think they have a clue of the game and whose bidding would be punished in the Second District Class in the NL. That's disappointing. I was in one sense lucky with my partners (friendly chaps), but bridge-wise, it is hard to stay in form.

Sunday, February 6, 2011

Absteige de luxe

Wenn man unterwegs in einem „Budget Hotel“ eincheckt, kann das Verschiedenes bedeuten. Eine Option ist das erwähnte „billige Chinesenhotel“, wo man das Zimmer mit Echsen (aber immerhin nicht mit Käfern!) teilt. Eine andere ist die Backpacker-Unterkunft, was es in der versifften, der rustikalen und der gemütlich-gepflegten Variante gibt. Eher selten findet man in dieser Kategorie Hotels, das schon bessere Zeiten gesehen hat, weil man nämlich die besseren Zeiten, egal wie lange sie zurückliegen, gewöhnlich mitbezahlt und es sich somit nicht mehr um ein Budget-Hotel handelt.

Aber keine Regel ohne Ausnahme. Das Hotel Majestic in Ipoh, einer der größeren Städte Malaysias, ist in einem alten, glänzend weißen viktorianischen Bahnhofsgebäude untergebracht, das problemlos als Sitz des Parlaments, Gouverneurs o.ä. durchgehen könnte. Verbeamtete Eierköpfe wissen ja, wo es sich leben lässt. Während im Erdgeschoss die Züge fahren, kann man in der zweiten und dritten Etage mit etwas Fantasie das Leben eines weißen Raja führen. Man betritt also im Erdgeschoss, am rechten Flügel des Bahnhofs, einen uralten Aufzug, bei dem man Außen- und Innentür per Hand zuziehen muss, und fährt dann in gefühlten fünf Minuten fünf Meter nach oben. Oben angekommen betritt man eine Veranda, die selbst Carl Lewis nicht in weniger als 10 Sekunden abmessen würde. Geht man die Veranda herunter, befinden sich rechts die geräumigen, mit dunklem Parkett ausgelegten Zimmer, mit herrlich altmodischem Bad, links schweift der Blick über die Stadt.

Ich gebe zu: das klingt vielleicht etwas besser als es ist. Die Zimmer könnten eine Renovierung vertragen. Aber sie haben Flair, und für 88 Ringgit, ca. 20 Euros, Frühstück inklusive, kann man wahrlich nicht mehr verlangen. Sicher ist es der ideale Ort, um einfach nur zu rasten und den Schnupfen auszukurieren, den ich mir irgendwo zwischen den Klimaanlagen von Kuala Lumpur und dem Regen der Highlands eingefangen habe. Voici ein Foto:




Am nächsten Morgen setze ich mich dann ganz entspannt in den Zug nach Süden. Leider fährt der wegen Überschwemmungen im Süden des Landes nur bis Kuala Lumpur! Also umsteigen in den Regionalzug nach Seremban, dort ein Taxi zum Busbahnhof, ein Bus nach Malakka, ein Taxi vom dortigen Busbahnhof zu meinem Hotel – et voilà, es ist vollbracht, und ich bin an der letzten Station meiner Asienreise angekommen.

Some Pictures

For some time, I did not post anything. But I feel that I should finally share some of the pictures I made on the way. In descending order: Bangkok, Singapore, Tioman. More soon.

By the way, I have safely arrived in Melbourne and enjoy the fabulously changing weather. Friday close to thirty degrees with Queensland-like rains. Today, in high Southern summer, we had a wonderfully blue sky, with temperatures around... 18 degrees maximum! But it can also get forty. Apparently, the contrast between the Southern Ocean (very cold) and the Australian landmass (very warm) is responsible for these remarkable phenomena, and at the moment, the wind seems to blow straight from Antarctica. But I like it. As long as I can leave my jacket at home, don't get too wet on the bike and not too burnt by the sun (mind the ozone hole!), I am all right.



Tuesday, February 1, 2011

Short Political Commentary

I am really impressed by the protests staged in Tunisia and Egypt. Writing these lines in a predominantly islamic country (Malaysia), it offers the chance to re-adjust some conceptions about the Arabic world gained from German, English or American media, especially the idea that any islamic orientation in a political movement means fundamentalism. Well, you would not call the Zentrum of the Kaiserreich/Weimar or the CDU of the 1950s/60s Christian fundamentalists, would you?

The most interesting phenomenon in this context is the word "islamistisch" [islamitic], suggesting some form of headscarf+kalashnikov orientation. This word is omnipresent in German media when applying to diverse movements such as the Turkish AKP (which has effectively done more for Christians than the secular governments that preceded it), the Egyptian Muslim Brothers (which were even praised by the UN for their opposition work in the Egyptian Parliament), etc.

Why not the correct "islamisch orientiert"?

Friday, January 28, 2011

Die Cameron Highlands

…sind eine ausgesprochen grüne und angenehm kühle Hügelgegend etwa 3-4 Autostunden nördlich von Kuala Lumpur. Wunderbar zum Erholen, zum Besuch einer Teeplantage oder zu einer kleinen Wanderung. Einziger Nachteil, zumindest während meines Aufenthalts: es regnet mehr und länger als im Tiefland. Heute riskierte ich den Aufstieg auf den 2.000 m hohen Gunung Brinchang (=Brinchanger Berg). Risiko nicht, weil der Aufstieg so gefährlich wäre, es handelt sich um schlappe 400-500 Höhenmeter, sondern weil es regnete, weil der Weg vor Schlamm triefte und außerdem einige Kletterpartien über Stock und Stein beinhaltete. Mit nassem Laub als Untergrund und Turnschuhen als Untersatz macht das alles eher weniger Spaß, und kurz vorm Gipfel sackte ich in der Tat einmal bis zum Knöchel ein. Lecker. Oben angekommen konnte man nach rechts und nach links jeweils 200 Meter in den Nebel blicken. Zugegeben war der Aufstieg durch die tropischen Bergwälder nicht uninteressant, und ein Botaniker hätte sicherlich mit der Zunge geschnalzt, aber ich hätte das Ganze doch lieber bei schönem Wetter unternommen.

Es sollte verständlich sein, dass ich für den Abstieg den deutlich längeren Weg über die Teerstraße wählte. Somit kam ich auch an einer interessanten Teeplantage/-fabrik vorbei, und dort waren drei junge Chinesen aus den Highlands (eigentlich: Malaysier chinesischer Abstammung) bereit, mich in den nächsten Ort mitzunehmen. Der eher zur extrovertierten Spezies gehörende Junge am Steuer hätte auf der schmalen Bergstraße beinahe einen Unfall gebaut, als er ohne zu bremsen in die (nicht einzusehende) Kurve ging und hinter dem Felsmassiv plötzlich ein Auto erschien. Freundlich wies ich ihn darauf hin, dass Italiener und Griechen, ebenfalls für sportliches Fahren bekannt, an solchen Stellen die Hupe gebrauchen, aber damit erreichte ich nur, dass er selbige von nun an bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten einsetzte. Auf der Hauptstraße angekommen wähnte ich mich sicher, aber nun legte der Fahrer erst richtig los und stellte die Fahrkünste eines Longlong Krutwig mühelos in den Schatten. Es wurde auf einer nicht wirklich gut einzusehenden Straße mit hohem Tempo überholt, und als Gegenverkehr kam (das Manöver war bereits abgeschlossen), blieb er einfach in der Mitte, um dadurch das entgegenkommende Auto an den Straßenrand zu drängen. Argh. (Ich mag Spieltheorie, aber nicht so sehr, dass ich am eigenen Leib erfahren müsste, wie das Nash-Gleichgewicht im Chicken-Spiel aussieht.) Zwischendurch rief noch der Herr Papa auf dem Handy an und wollte anscheinend die Meinung des Sohnes zur Lage der Nation wissen. Insgesamt war ich heilfroh, dass ich das Auto in Brinchang unbeschadet verlassen konnte.

Der Nachmittag verging mit Verpflegung, dem Kauf einer Salbe, um meine Sandfliegen-Stiche zu versorgen und etwas emailen und bloggen dann relativ ruhig. Vielleicht schaffe ich es ja morgen auch etwas zu arbeiten, wenn das Wetter so bleibt...

Emanzipation auf Malaysisch

Wenn man einen Raum betritt, in dem alle anwesenden Frauen ein eher konservatives Kopftuch tragen, geht man nicht davon aus, dass es sich um eine Hochburg der weiblichen Emanzipation handelt. Die Perspektive verändert sich jedoch, sobald man weiß, dass es sich nicht um den Tag der offenen Tür in der lokalen Moschee handelt, sondern um die Mitglieder eines Departments der bestangesehendsten Universität des Landes handelt, und diese Frauen auch 70% der Gruppe ausmachen. So geschehen im Department of Science and Technology Studies, University of Malaya, Kuala Lumpur. Bemerkenswert, dass in einem Land, in dem der Islam offizielle Staatsreligion ist, Frauen sich an der Universität dem Anschein nach so viel besser plazieren als in Europa, wo sie vielleicht 10-20% der Professoren ausmachen.

Das sagt nun nicht notwendigerweise, dass bei uns etwas schiefgelaufen ist, aber es sagt sicher etwas über die Stärke jener Argumente, die a) Karriere und Kinder für unvereinbar halten oder b) das Kopftuch als ein Symbol der Unterdrückung der Frau interpretieren. (Zur Information: in offiziellen Positionen herrscht in Malaysia kein Kopftuchzwang; aufgrund der multikulturellen Prägung durch Inder, Chinesen, etc., die einen beträchtlichen Teil der Bevölkerung ausmachen, wäre dies auch gar nicht durchsetzbar.) Als Erklärung dafür boten mir meine Gesprächspartner an, dass die weiblichen Studenten ernsthafter, fleißiger und motivierter seien als ihre männlichen Kollegen. Die Story, die wir nicht von der Uni, sondern von der Schule kennen...

Das macht Sinn, wenn man bedenkt, dass das akademische Niveau sich vom westlichen Standard doch unterscheidet und dass unsere Abiturienten sicher fitter sind als die Absolventen der A-Levels in Malaysia. Man kann diesen Niveauunterschied zweierlei interpretieren: erstens wertend, als Feststellung eines Mangels oder Defizits in der Forschung. Aber man den Mangel an Tiefgründigkeit, der das Schreiben mancher Forscher kennzeichnet, auch als natürliche Folge der thematischen Unterschiede sehen. Hier geht es viel um konkrete Strategien für Umweltmanagement in Malaysia, um Palmölgebrauch in den Garküchen der Vororte, um Recycling gebrauchter Plastikflaschen. Mit anderen Worten, die sehr angewandte hiesige Forschung muss auf tiefschürfende theoretische Untersuchungen verzichten, will sie ihre Aufgabe erfüllen, für Staat und Bevölkerung von Nutzen zu sein. Und die theoretischer angelegtenUntersuchungen, z.B. bioethische Fragestellungen, bewegen sich stark in einem speziellen malaysischen Kontext, in dem die kulturelle Identität seiner Bewohner und das Spannungsfeld zwischen sogenannten westlichen und islamischen Werten eine große Rolle spielt und daher auch viel diskutiert wird. Das zeigt sich zum Beispiel in der Frage der Organtransplantation ohne vorherige Zustimmung: sollte der Arzt
sich dem (verstorbenen) Individuum oder der Gemeinschaft verpflichtet fühlen? Die liberale individualistische Position, die im Prinzip Freiheit und Selbstbestimmung des Individuums über die Interessen der Gemeinschaft stellt, stößt in Malaysia deutlich auf Widerstände.

Allerdings habe ich bei allen meinen Gesprächspartnern deutlich gespürt – und ich bin ausgesprochen froh darüber –, dass es einen starken Widerwillen gegenüber Thesen gibt, die den Zusammenprall der Zivilisationen (clash of civilizations) postulieren. Man hat Angst, dass eine wie immer geartete islamische Orientierung sofort als religiöser Fundamentalismus missverstanden wird. Es handelt sich bei der o.g. Kritik an typisch westlichen, individualistischen Werten darum auch nicht um eine Ablehnung des westlichen Welt- oder Gesellschaftbildes, sondern um einen konstruktiven Versuch auszuloten, inwieweit dieses mit den traditionellen, häufig aus dem Islam stammenden Werten der malaysischen Gesellschaft vereinbar ist. Man möchte sich öffnen, ohne seine Identität zu verlieren. Wir finden das schnell rückständig, aber wer einmal mit dem Auto durch die Vereinigten Staaten gereist ist, weiß um die Probleme der kapitalistischen, radikalindividualistisch ausgerichteten Gesellschaft.

Eine kleine Anekdote am Rande: im Bus in die Cameron Highlands erzählte mir eine Mitreisende ohne einen Anflug von Scham ihre „Errungenschaften“ auf einer Shoppingtour am Nachtmarkt in Kuala Lumpurs Chinatown. Eine Handtasche wurde ihr und ihren Freundinnen für 65 Ringgit (knapp 16 Euro) angeboten. Sie hat den Händler ausgelacht und noch einmal nach dem Preis gefragt. Dieser wurde nun mit 40 Ringgit angegeben. Ihre Freundin, die an der Tasche sehr interessiert war, hätte wohl eingeschlagen, aber sie schlug nun 25 Ringgit (6 Euro) vor. Der Händler lehnte ab. Ihr nächster Vorschlag waren 26 Ringgit. Zu diesem Zeitpunkt war die Geduld des Händlers verständlicherweise erschöpft: er brach die Verhandlungen ab und schickte die Mädels weg. Sie bekamen sie dann an einem andern Stand nach einigem Handeln für 35 Ringgit und liefen damit absichtlich am ursprünglichen Stand vorbei! Wenn man eine Mentalität entwickelt, in der Profite im Pfennigbereich vor dem Respekt vor dem Gegenüber kommen – und das kommt (nicht nur) unter Backpackern nicht selten vor, von angemessener Kleidungswahl ganz zu schweigen – muss man sich nicht wundern, wenn der westliche Lebensstil nicht kritiklos übernommen wird. Mit den Worten eines Angestellten in einem kleinen Bangkoker Modegeschäft: „The first thing most people ask is not what materials do you have, what kind of clothes do you make, but: what is the cheapest price at which I can get a suit.“

Der Talk lief übrigens gut, und die Gespräche mit den anderen, durchgängig sehr netten Mitgliedern des Departments waren angenehm. Ansonsten fällt auf, dass Malaysia für ein Entwicklungs- oder Schwellenland bereits einigen Wohlstand angesammelt hat. Es gibt keine Elendsquartiere oder Slums, die Straßen sind gut ausgebaut, die Städte mehr oder weniger gepflegt (Kuala Lumpur ist kein Vergleich mit Bangkok), und die Leute meistens freundlich und guten Mutes. Es scheint auch eine selbstbewusste Schickeria zu geben, denn in ein Kammerkonzert im hiesigen Konzertsaal wurde ich in Jeans und Hemd nicht hereingelassen! Glücklicherweise hielt man an der Garderobe ein paar Ersatzhosen parat, allerdings eher im asiatischen Schnitt. Das bedeutete, ich musste mich zwischen bierbauchgeeigneten Modellen und Siebenachtelhosen entscheiden. 7/8 gewann. Vielleicht wird das nun auch bei Männern ein Modetrend?

Monday, January 24, 2011

Arrival in KL

In the meantime, I have safely arrived in KL which turns out to be a quite easygoing place... anyway, it would be hard to find a city as frantic as Bangkok! Enjoying "famous claypot chicken rice", sending some emails, updating the blog. Talk is scheduled on Wednesday, but so far, I know neither the place nor the hour...

A Trek in the Dark

On Saturday afternoon I decided that the weather was fine and cool enough for a small trek. So I walked up the hills to a beautiful, secluded waterfall. The walk went fine, and I also met the large monitor lizards several times (dt.=Warane), impressive but completely peaceful animals.

After that I was facing the decision of whether to continue the trip or to return to the village where I was based. Any reasonable person would have decided to go back since it was already 17.45, but... I took a small path through the jungle to get to the other side of the island, and it was immediately clear to me why the tropical forest is often called ``green hell''. First of all, there is almost no light, and all sunlight that comes through the thick leaf roof is more like a indirect light in a room that is painted dark green. Second, if you are not by chance on an island where getting lost is difficult due to its size, losing one's way can be lethal. Third, there may be dangerous animals, but luckily, not on Tioman.

Anyway, I descended along the river and arrived right in time on the other side to relax my feet in the sea water while looking at the setting sun. Yes... I had completed only half of the trip and daylight was going to disappear soon. At all, I had to walk back -- though I would, of course, take the road and not a jungle path!

Too proud or too stingy to hire a taxi, I speeded up, but I couldn't prevent that when I reached the highest point of the road, it was already pitch dark. This meant that while going down, Orion and Great Dog (or Great Hound?, in any case: Canis Major), who were standing in the zenith, would be my only streetlights. Since they managed to keep off the clouds, I suddenly acquired a unusally favorable opinion on hunting. Together with the fact that to the left and right of the road, there was an impenetrable darkness, it was easy to stay on track.

This changed, unfortunately, in the second half of the descent when the tops of the trees were covering the road, barring the starlight. For about half an hour, I was walking in nearly complete darkness, only interrupted by occasional lighter sections. Anyway, I made it down to the village without any injuries, Sirius be praised. To give you an idea of that last part, suffice to say that the first street lantern that I encountered behind a curve of the road, blinded me like the morning sun when removing the heavy curtains in a dark hotel room!

Schlafe, was willst Du mehr?

Während ich diese Zeilen schreibe (Achtung: Veröffentlichungsdatum später als Erstelldatum!), sitze ich auf dem Stuhl, den ich mir vor die Hütte gestellt habe, im Sand und lausche den Wellen, die vom Mondlicht beschienen sich am Ufer brechen. Kein Licht weit und breit, nur die vom Dschungel bewachsenen Bergrücken heben sich schemenhaft gegen das Wasser ab. Der Strand ist verlassen, und die nächste menschliche Siedlung nur über mehrere Kilometer auf einer haarsträubend steilen Piste über den Hauptkamm der Insel zu erreichen.

Klingt wie ein Tropen-Klischee, entspricht aber den Tatsachen, wenn man davon absieht, dass ich das künstliche Licht meines Laptops unterschlagen habe. Gerade habe ich zweimal gegen den Computer Schach gespielt und bin zweimal mit fliegenden Fahnen, aber letztlich chancenlos untergegangen. Aber was macht das schon, wenn man das Wochenende auf Palau Tioman verbringt. Diese Insel im Pazifik (genau genommen, im Südchinesischen Meer, ein Nebenmeer des Ozeans, das von den Philippinen bis hinunter nach Borneo reicht) ist ein beliebtes Urlaubsziel der Malaysier, aber in dieser Jahreszeit nahezu ausgestorben, weil gerade Monsunzeit ist. Bei 10 Sonnenstunden am Tag spüre ich davon allerdings wenig. Hat auch, aber nicht nur mit Glück zu tun, denn eigentlich wollte ich gar nicht nach Tioman kommen --mein Reiseführer rät wegen Gefahr sintflutartiger Regenfälle ab --, bis mir ein Blick in die Wettervorhersage die guten Aussichten für die nächsten Tage verraten hat. Also kurzfristige Planänderung, und ab auf die Insel!

Gestern (Donnerstag) mittag bin ich aus Singapur nach Johor Bahru in Malaysia gereist; das geht mit öffentlichem Nahverkehr weitgehend unkompliziert. Schließlich verbindet die Insel bereits seit langem ein Damm mit dem Festland. Sehr netter Empfang im malaysischen Tourismusbüro, das im hypermodernen Abfertigungsgebäude untergebracht ist. Offenbar will man zeigen, dass man dem reichen Singapur in keiner Hinsicht etwas nachsteht. Der Busbahnhof von “J.B.'' erweist sich dank tausend verschiedener Busgesellschaften als chaotisch (mir graut bei dem Gedanken, dass ich den von Kuala Lumpur noch kennenlernen muss!), aber dank der Hilfe eines Einheimischen, der im selben Bus aus Singapur saß, ist das Ticket für Mersing, den Fährhafen für Tioman, schnell organisiert.

Zwei Stunden verbringe ich im bequemen und vollklimatisierten Bus, dann steige ich in Mersing aus. Nach kurzem Suchen habe ich ein Hotelzimmer im Hotel Golden City. Das klingt a) chinesisch, b) schick und c) teuer. Richtig ist a). In ersten Zimmer, das ich mir anschaue, fällt mir eine 10-15 cm lange und im Übrigen nicht gerade kleine Echse, die über die Fensterbank flitzt, auf. Ich schätze meine Aussichten, den Lurch zu fangen, als nicht besonders hoch ein, und will es auch nicht mit der Rache seiner Sippschaft zu tun bekommen. Aber für 40 Ringgit (etwas unter 10 Euro) bekomme ich ein anscheinend echsenfreies Dreibettzimmer mit Bad, Toilette und A/C. Den Versuch, vom Fußboden zu essen, schenke ich mir allerdings. Zartbesaitete würden dieses ``billlige Chinesenhotel'' (ein Euphemismus meines Reiseführers) wohl eine Absteige nennen, aber damit habe ich kein Problem. Preis/Leistung ist jedenfalls in Ordnung, die Toilette funktioniert, und die Sachen sind am nächsten Morgen vollzählig.

Mersing ist ein unkompliziertes und angenehmes Hafennest. Ich arrangiere Unterkunft auf Tioman, kaufe eine Badematte, ein Handtuch, Flip-Flops, gehe etwas essen, verbringe eine gute Stunde im Internet-Cafe, und gehe recht zeitig ins Bett. Am nächsten Vormittag geht die Fähre. Aufs Deck kann man leider nicht, aber angesichts der stechenden Tropensonne wäre das vielleicht auch keine gute Idee, und außerdem sind vor ein paar Wochen ein paar Passagiere bei stürmischer See über Bord gegangen, mit tödlichem Ausgang Nach anderthalb Stunden zeichnet sich das markante Profil von Tioman am Horizont ab. Die Insel erhebt sich bei einer Länge von 15 und einer Breite von 5-10 Kilometern ca. 1000 Meter aus dem Meer heraus, und manche Strände, die wir anlaufen, sind unmittelbar zwischen felsigen Hügeln eingeklemmt und nur mit dem Boot erreichbar. Überhaupt ist ein Großteil der Küste zu steil, um an Land zu gehen.

Von Bebauung ist die Insel glücklicherweise weitgehend verschont gebleiben. Das meiste ist Urwald. Es gibt ein größeres Resort und in jedem der kleinen Orte eine Reihe Bungalows, die nun, wie oben ausgeführt, weitgehend leer stehen. Ich selbst verlasse das Schiff im Hauptort und werde dann mit einem Geländewagen auf die Rückseite der Insel, in den Ort Kampung Juara, transportiert. (Anmerkung: Kampung heißt Dorf. Der Namen so ziemlich jedes kleineren Orts in Malaysia beginnt mit diesem Wort. Beliebte Anfänge sind auch Bukit (Hügel), Sungai (Fluss) und Kuala (Mündung). Lumpur heißt übrigens Schlamm, glaube ich.) Auf der total überfüllten Ladefläche befinden sich bereits in Massen irgendwelche anderen Güter, so dass mein neu erworbener Koffer auf die Pappkartons heraufgewuchtet wird, in luftiger Höhe als Tüpfelchen auf dem i thront und von einem mitfahrenden Jungen, der sich auf die ineinander verkeilten Kartons hockt, festgehalten wird. Anscheinend hat er genug Vertrauen in seine Fähigkeiten, um parallel dazu an der Zigarette zu ziehen, aber als das Auto losfährt, schmeißt er letztere doch äber Bord.

Nach den ersten halsbrecherischen Serpentinen auf den Hauptkamm der Insel hinauf, 500 Meter Höhenunterschied in nicht mehr als drei Kilometern, habe ich doch ein wenig Angst um mein Gepäck, und frage mich, ob der angeblich so tolle Strand und die abgeschiedene Lage so gute Gründe sind, um den einzigen Ort auf der Insel anzusteuern, der nur über besagte Piste zugänglich ist. Du hast Brot, Butter und willst auch noch Marmelade? Das Sandwich kommt diesmal allerdings mit der Brotseite auf, und ich darf in Kampung Juara meinen Koffer unbeschädigt in Empfang nehmen. Es hat sich gelohnt: Der Strand ist hinreichend breit, sichelförmig langgezogen, von gränen Hägeln umrandet und komplett, komplett menschenleer. Irgendwann klaubt ein anderer Europäer Korallen auf, später sehe ich Leute in Strandacfes sitzen, aber auf dem Sand oder im Wasser ist niemand zu finden. Inzwischen ist es früher Nachmittag: Zeit für Schwimmen, ein Curry am Strand, Dösen in der Hängematte, und dolce far niente für den Rest des Tages. So geht es nun die nächsten zwei Tage, und nur das Stechen der Sandfliegen, die mich zu ihrem Sonntagsbraten auserkoren haben, stört die Idylle.

Sunday, January 23, 2011

Coming Soon Again...

Apologies for the long silence... there was no internet on Palau Tioman, a small Island in the South Chinese Sea. I will post again this afternoon, after arriving in Kuala Lumpur.

Thursday, January 20, 2011

Abschied von Singapur

Zum dritten Mal war ich nun in Singapur gewesen. Zum dritten Mal war ich begeistert, zum dritten mal waere ich gerne laenger geblieben und bin ich mit dem Gefuehl abgereist, ein weiteres Mal zurueckkommen zu muessen. Naja, solange wir die Konferenzen mit Sydney ausrichten, wird sich das wohl auch in Zukunft irgendwie ausgehen. Gesehen habe ich gar nicht so viel: einige Hindu- und Buddha-Tempel, das Chinatown Heritage Centre sowie das Asian Museum of Civilizations (beide sehr zu empfehlen), das Innere des Raffles Hotel, das Kampung Gelam (arabisch-malaiisches Viertel), sowie das uebliche Flanieren durch die Strassen.

Hauefig hoert man, dass Singapur nicht mehr sehr authentisch sei, weil vieles (z.B. der Warenverkehr in kleinen Booten auf dem Singapore River) "plattsaniert" wurde. Das stimmt. Aber wenn wir irgendwo auf der Welt Architektur bewunderen, steht sicher auf einer Erklaerungstafel: "Fuer den Bau XYZ wurden im grossen Stil alte, baufaellige Huetten abgerissen." An Singapur gefaellt mir daher insbesondere die Strategie, einiges zu erhalten, und anderes durch Neues zu ersetzen, zumal bei Letzterem sich die Qualitaet der Neugestaltung auf einem ganz anderen Level befindet als in vielen anderen Orten. Ueberdies ist die Stadt fuer eine Metropole sehr gruen und grosszuegig angelegt, ohne dabei fussgaengerunfreundlich zu sein, und hat einen funktionierenden oeffentlichen Nahverkehr.

Und ach, man isst so fantastisch und unkompliziert, ohne viel Geld dabei ausgeben zu muessen. In den Hawker Centres gibt es tausend nebeneinander existierende Garkuechen, die zusammengenommen von Pakistan bis Korea und Indonesien so ziemlich jedes Gericht auf der Karte haben. Da ich in Little India wohnte, war die Richtung vorgegeben, und standen Thosai, Curry und Biryani auf der Speisekarte. Nur den wunderbaren Thali-Stand im Tekka Centre habe ich nicht wiedergefunden.

P.S. Ausserdem habe ich mir die Haare schneiden lassen. War ueberfaellig. Lokale Einschlaege bei der Gestaltung des Ponys sind nicht von der Hand zu weisen, aber bei Gebrauch von Gel nicht mehr auffindbar. Immerhin bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr, dass ich den Laden mit einem Groefaz-Scheitel verlassen koennte, aber Usbekistan scheint, was Frisuren betrifft, auch nicht gerade fortschrittlich zu sein. (Diejenigen, deren Vorname nicht Hanno ist, muessen den Asien-Blog von 2005 lesen, um diesen Insider zu verstehen.)

Konzertkritik

Fuer den Klavierabend mit Melvin Tan, einen Singapurer Pianisten, der sein Heimatdebuet gab, gab es tatsaechlich noch Karten. So fand ich mich um halb acht im Esplanade ein, der schicken Singapurer Konzerthalle am Ufer der Marina Bay. Tan eroeffnete den Abend mit den Fantasiestuecken op. 12 von Robert Schumann. Dies gelang ihm im Grossen und Ganzen durchaus gut, wenngleich die uebertriebene und eigenwillige Agogik im ruhigen "Des Abends" und das heruntergehastete "Ende vom Lied" (eigentlich "mit gutem Humor" zu spielen) ihm bei mir Minuspunkte einbrachten. Danach das erste Buch der "Images" von Debussy, in denen besonders die "Hommage a Rameau" bei mir Eindruck hinterliess.

Nach dieser ordentlichen ersten Haelfte kam indes nicht mehr viel nach. Die Rezitative am Anfang von Chopins Polonaise-Fantaisie wurden sinn- und zusammenhanglos heruntergespielt, und auch im weiteren Verlauf trug der Kuenstler das Stueck sehr geradlinig und ohne Rubati und Atempausen vor. Was bei den Etudes angehen mag, klappt bei diesem grossartigen Spaetwerk jedoch nicht. Ich hatte zeitweilig Muehe das Stueck zu erkennen und sehnte mich nach meiner Rubinstein-Aufnahme. Gegen Ende fing sich Tan wieder, aber ein schwacher Eindruck bleibt. Auch die h-moll-Sonate des gleichen Komponisten, die den offiziellen Teil des Abends beschloss, litt unter den gleichen Maengeln, wenngleich in geringerem Masse.

Tan wendete sich danach, sichtlich bewegt, wieder in seiner Heimatstadt zu spielen, mit einigen freundlichen Worten ans Publikum und liess bei den (nicht wirklich zum Programm passenden) Zugaben aller guten Dinge drei sein: Chopins F-Dur-Etude op. 10/8, charmant heruntergeschnurrt, ein langsamer Satz aus einer Mozart-Sonate, der in Tans Karriere offenbar eine wichtige Rolle einnahm, und die Revolutionsetude op. 10/12, gespielt mit einem Furor, als wolle er Ludwig XVI. hoechstpersoenlich am naechsten Laternenpfahl aufknuepfen.

Tuesday, January 18, 2011

Pig Trotters At 3 AM

I arrived yesterday night in Singapore, took a taxi into town to my hotel (nothing special, but fine) ...and felt hungry. No wonder, since my last proper meal had been a late lunch. Luckily, there was a food court just next to my hotel, and the time of 2.15 am did not seem to be an obstrace. I took a seat at the posh Chinese place in the backyard -- posh because it did not have the usual mensa tables with chairs fixed to the ground, but proper round plastic tables. After studying the menu, I thought "now, or never", and ordered pig trotters(Schweinsfüße, erinnert an Hax'n). When I came back from the counter, and the taxi drivers at the next table, who had just finished their meal, found out about my order, they laughed heartily. There was something to it, because I was served a huge portion. Admittedly very tasty. I don't know how I finished it, but I did -- and slept until 10 am the next morning.

Then I got aware that a couple of hours later, I had to give a talk at the National University of Singapore. That went luckily fine, and I had a very busy question time. Apparently it was a good idea to change the topic of the talk from probabilistic modeling to questions about the role of science in public policy.

After returning into town, I went into the very nice Museum of Asian Civilizations where I got almost locked in when they were closing (at some point the light went off, and not all doors were operating any more...). Had a sit at the Marina Bay, wonderful as always, a delightful Onion Thosai for dinner at Tekka Center, and am now considering whether I should attend a piano recital tomorrow night. Schumann Fantasiestücke, Debussy Images (first book), Chopin b minor sonata (d.h. h-moll) and the incomparable Polonaise-Fantaisie in A flat major. We shall see...

Leaving Bangkok

Insgesamt habe ich weniger gesehen als ich mir vorgenommen habe, aber so ist das wohl meistens. Zumal Bangkok doch mehr zu bieten hat als man auf den ersten Blick meint. Ganz wichtig: ein großer Fluss, der Chao Phraya. Im chaotischen Verkehr sind die Expressfähren, die verschiedene Punkte am Ufer bedienen, das effizienteste und günstigste Transportmittel. Außerdem gibt es sie, die Häuser, die auf Pfählen gebaut sind, die Bäume, die ins Wasser hängen, die Tempel, deren Stupas hinter der ersten Häuserzeile am Ufer hervorlugen und im Nachmittagslicht golden glänzen. Auch wenn Bangkok weder die perfekte Organisation, die glänzenden Fassaden, den multikulturellen Charme und das allgegenwärtige tropische Grün Singapurs hat, ist es vielleicht deshalb eine authentischere asiatische Stadt als die Metropole an der Südostspitze des Kontinents.

Mit dem Timing bei meinen Besichtigungen hatte ich übrigens weniger Glück: als ich Samstag im Großen Palast war, war das Innere der alten Thronhalle geschlossen, und als ich Montag in Dusit war, war die neue Thronhalle geschlossen. Aber never mind, erstens gab es an beiden Plätzen auch so mehr als genug zu sehen, und zweitens ist das auch ein guter Grund, um wiederzukommen.

Konsumrausch (II)

Sage mir, was man Dir andrehen will, und ich sage Dir, wer Du bist. Was handfeste Güter betrifft, haben in Bangkok bei mir meistens Schneider ihr Glück probiert: "Do you want a suit?" Letztlich mit Erfolg, allerdings landete ich nicht in einem der Läden, die mich derart angesprochen hatten. Meines Erachtens sehe ich in Freizeitklamotten zwar nicht wie ein Anzugsträger aus, aber was soll's. Vielleicht tut die Designerbrille Wunder. Außerdem blieb ich von allerhand Billig-Schnickschack verschont.

Interessanter war da schon de Spaziergang durchs (enttäuschende, s.u.) Rotlichtviertel. Keine einzige im ältesten Gewerbe der Welt tätige Dame hat versucht, mir meine Baht aus der Tasche zu ziehen. Das kann natürlich an vielerlei Einschätzungen meiner Person liegen. Zu arm? Wohl kaum. Von Natur aus treu? An so was glauben die aus Prinzip nicht. Schwul? Auch die Jungs vom Straßenstrich ließen mich unbehelligt weiterlaufen. Asexuell? Möglich ist alles, aber dagegen spricht, dass man mir doch recht häufig eine Massage ("only massage!") angeboten hat. Vielleicht also doch verheiratet/feste Beziehung. Da kann man, wenn das Ganze entgleitet, hinterher immer sagen (Nederlanders opgelet!) "Ich habe es nicht gewußt!". Tja, und dann kamen doch die Kamele mit den großen Bulten.

Sunday, January 16, 2011

"Als je s'onderwegs een rood licht ziet...

...rij je niet door, maar stap je uit en vermaak je je."

De hoerenwijk valt echter vies tegen. Wat is 't toch mooi in Amsterdam. Maar hier heb je alleen maar goedkope tenten, die op'n soort markt horloges en t-shirts verkopen, en daarnaast de welbekende bars die niet veel verzorgder uitzien. Geen dames in bikini in de ramen, geen stijlvolle grachten, nada. Amsterdam 1, Bangkok 0.

Saturday, January 15, 2011

Mampf (II)

Het is heerlijk eten en Asië. Vandaar een klein grapje over Europese keukens.

Wat is het verschil tussen Arabische, Duitse en Nederlandse gerechten?

De Arabische keuken serveert geen varken.
De Duitse keuken serveert graag varken.
De Nederlandse keuken serveert varken, en verwerkt als bijgerecht die dingen die de varkens weigeren om te eten.

Oké, enigszins flauw...

Missverständnis

Ich spaziere an einem Laden vorbei, an dessen Tür ``no preservatives added'' steht. Nanu, denke ich mir, das sah hier eigentlich nicht nach dem Rotlichtviertel aus, und schwanke, ob ich die Werbung nun kreativ-genial oder moralisch unverantwortlich und daher unmöglich finden soll. Leider kam ich nicht dazu, mir weiter Gedanken darüber zu machen, denn es handelte sich um eine Konditorei.

Und weil's so schön war, auch noch die englische Fassung.

I am seeing the words "no preservatives added" on the entrance door of a business. I am a little bit amazed to have entered the red light district and ask myself whether I should find this advertisement creative, ingenious, or just cheap. Before I could decide the question I noticed that the shop was a bakery.

Konsumrausch

Bleiben wir noch einen Moment im Shopping-Center. Über den American Way of Life hat ein Freund mir kürzlich, ob treffend oder nicht, gesagt: ``I think it is just a culture of making money.'' Über die Malls von Bangkok kann aber mit Sicherheit gesagt werden, dass das Geld regiert,
denn schriller, lauter, betriebsamer ist es selbst nicht am letzten Samstag vor Weihnachten auf der Schildergasse. Im Atrium gewaltige Rolltreppen, grelle Neonreklame, und als centerpiece ein überdimensionierter Fernseher mit den neuesten Werbespots. Brrrr. Aber wie gesagt, das Essen war gut, und oben im fünften Stock bekommt man den ganzen Trubel ja nicht mit. Morgen muss ich noch mal hin, mal sehen ob ich ein Ladegerät für meine Kamera erwerben kann, und ob es den lokalen Experten gelingt, O2 auszutricksen und den Simlock meines Zweithandys zu entsperren. Das klingt nun ziemlich wichtigtuerisch, aber die meisten Leser wissen, dass ich selbst mein Ersthandy (Baujahr 2006) nicht so viel und gern gebrauche.

Mampf (I)

In diese Kategorie fallen Berichte um die schönste Nebensache der Welt: das Essen. Generell ist es hier in Bangkok gut. Am Freitagabend landete ich einen ganz interessanten Glückstreffer und futterte Nudeln mit verschiedenen Saucen in einem Buffet-Laden in einem Shopping Center. (For the Americans: In South East Asia, food stalls in a shopping center do not serve a greasy undefined something that will accelerate your first heart attack, but actually quite good, authentic and inexpensive fare.) Nudeln a la volonte, mit verschiedenen Saucen und frischen Gewürzen/Kräutern/Garnituren dazu. Klingt prima, war es auch. Nur am Anfang war ich etwas zu optimistisch und lud mir en masse ``moderately spicy'' stuff auf, der hart auf der Genießbarkeitsgrenze balancierte. Der freundliche junge Mann neben mir am Buffet, der sich und mich fragte, ob das vielleicht nicht doch etwas zu scharf für mich wäre, hatte also Recht behalten. Um mich nicht zum Gespött der Einheimischen zu machen, trank oder vielmehr aß ich den Kelch bis zur Neige, war aber außerordentlich froh über den bereitstehenden Zitronensaft. Die folgenden Runden mit milderen Saucen erwiesen sich jedoch als äußerst schmackhaft, und ich wagte mich sogar mit Erfolg wieder an andere Saucen, die als ``moderately spicy'' etikettiert waren. Vielleicht hatte ja bei meinem ersten Versuch nur ein Tippfehler vorgelegen, oder ich war in eine hinterhältige Touristenfalle geraten...

Flughäfen

Sind verschieden. In Europa meist funktional-modern. In Australien klein, aber easygoing. In Südostasien häufig mit Design-Chic. Und in Dubai... pompös und hohl. Der Besucher wird erst über Abwärts-, dann über Aufwärtsrolltreppen geführt, damit ihm auch kein Detail der Architektur entgeht. So weit, so gut: den kleinen Umweg nimmt man für wirklich beeindruckende Wasserspiele an den Wänden und lichtdurchflutete Aufzüge davor gerne in Kauf, aber dann kommt das böse Erwachen in Gestalt einer durchkommerzialisierten Shoppingwelt, die den architektionischen Plänen Hohn spricht. Es gibt einen, einen Buchladen, und dessen Literaturauswahl beschränkt sich im Wesentlichen auf Triviales und Bestsellerlisten (jaja, Pleonasmus). Letztes Mal habe ich mir dort immerhin Orhans Pamuk ``Das Geheimnis der Unschuld'' gekauft, aber Vergleichbares ließ sich diesmal nicht entdecken. Nichts wie weg hier.

Der Flug

Die Emirates ist auch nicht mehr das, was die großflächigen Werbeposter versprechen. Ich muss zugeben, letztes Jahr war ich auf meiner Afrikareise angenehm überrascht. OK, die Beinfreiheit war auf einem der Flüge nicht übermäßig, aber das gute Essen und das Unterhaltungsprogamm haben das kompensiert. Gutes Gesamtpaket.

Diesmal fand ich das Essen langweilig und habe bei diesem Urteil keineswegs die Standards eines gelangweilten Gastrokritikers angelegt. Wo Curry draufsteht, sollte auch Curry drin sein, zumindest in Spurenelementen. Die Kohlenhydrat-Diät aus Crackers zum Drink, einem Maissalat als Vorspeise, Reis zum Hauptgericht, noch einmal Crackers, diesmal mit Salsadip, als Zwischengang (oder gar amuse-gueule?) und Biskuitpudding zum Dessert ist auch nicht jedermanns Sache. Der Service war auf der ersten Strecke (FFM-Dubai) zugegebenermaßen ausgezeichnet -- zudem war die koreanische Stewardess sehr charmant, also Schwamm drüber --, ließ aber leider auf der Strecke nach Bangkok deutlich nach. Einen verspäteten Weihnachtswunsch habe ich jedenfalls: seatguru.com müsste Zuwachs in Gestalt der Website crewguru.com bekommen.

Wednesday, January 12, 2011

About

As some of you know, I will spend the months of February, March and April in Australia, mainly in Melbourne. On the way, I will spend two weeks in Southeast Asia, to give some very serious talks... and for vacation. Stations are Bangkok, Singapore, the Riau Islands (Indonesia) and several places in Malaysia.

The first challenges which I have to meet are:
*to find a haircutter
*to find out whether a British adapter works
*to get a massage without ending up in a brothel
*to find a recharger for my foto device (I forgot mine in Tilburg)

The title of the blog is an hommage to Joseph Conrad, whose novels and tales are the most famous literary monument of the Australasian world of islands.