Zum dritten Mal war ich nun in Singapur gewesen. Zum dritten Mal war ich begeistert, zum dritten mal waere ich gerne laenger geblieben und bin ich mit dem Gefuehl abgereist, ein weiteres Mal zurueckkommen zu muessen. Naja, solange wir die Konferenzen mit Sydney ausrichten, wird sich das wohl auch in Zukunft irgendwie ausgehen. Gesehen habe ich gar nicht so viel: einige Hindu- und Buddha-Tempel, das Chinatown Heritage Centre sowie das Asian Museum of Civilizations (beide sehr zu empfehlen), das Innere des Raffles Hotel, das Kampung Gelam (arabisch-malaiisches Viertel), sowie das uebliche Flanieren durch die Strassen.
Hauefig hoert man, dass Singapur nicht mehr sehr authentisch sei, weil vieles (z.B. der Warenverkehr in kleinen Booten auf dem Singapore River) "plattsaniert" wurde. Das stimmt. Aber wenn wir irgendwo auf der Welt Architektur bewunderen, steht sicher auf einer Erklaerungstafel: "Fuer den Bau XYZ wurden im grossen Stil alte, baufaellige Huetten abgerissen." An Singapur gefaellt mir daher insbesondere die Strategie, einiges zu erhalten, und anderes durch Neues zu ersetzen, zumal bei Letzterem sich die Qualitaet der Neugestaltung auf einem ganz anderen Level befindet als in vielen anderen Orten. Ueberdies ist die Stadt fuer eine Metropole sehr gruen und grosszuegig angelegt, ohne dabei fussgaengerunfreundlich zu sein, und hat einen funktionierenden oeffentlichen Nahverkehr.
Und ach, man isst so fantastisch und unkompliziert, ohne viel Geld dabei ausgeben zu muessen. In den Hawker Centres gibt es tausend nebeneinander existierende Garkuechen, die zusammengenommen von Pakistan bis Korea und Indonesien so ziemlich jedes Gericht auf der Karte haben. Da ich in Little India wohnte, war die Richtung vorgegeben, und standen Thosai, Curry und Biryani auf der Speisekarte. Nur den wunderbaren Thali-Stand im Tekka Centre habe ich nicht wiedergefunden.
P.S. Ausserdem habe ich mir die Haare schneiden lassen. War ueberfaellig. Lokale Einschlaege bei der Gestaltung des Ponys sind nicht von der Hand zu weisen, aber bei Gebrauch von Gel nicht mehr auffindbar. Immerhin bestand zu keinem Zeitpunkt Gefahr, dass ich den Laden mit einem Groefaz-Scheitel verlassen koennte, aber Usbekistan scheint, was Frisuren betrifft, auch nicht gerade fortschrittlich zu sein. (Diejenigen, deren Vorname nicht Hanno ist, muessen den Asien-Blog von 2005 lesen, um diesen Insider zu verstehen.)
Ich glaube, ich habe sogar noch das Hitlerfoto :-)
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