…sind eine ausgesprochen grüne und angenehm kühle Hügelgegend etwa 3-4 Autostunden nördlich von Kuala Lumpur. Wunderbar zum Erholen, zum Besuch einer Teeplantage oder zu einer kleinen Wanderung. Einziger Nachteil, zumindest während meines Aufenthalts: es regnet mehr und länger als im Tiefland. Heute riskierte ich den Aufstieg auf den 2.000 m hohen Gunung Brinchang (=Brinchanger Berg). Risiko nicht, weil der Aufstieg so gefährlich wäre, es handelt sich um schlappe 400-500 Höhenmeter, sondern weil es regnete, weil der Weg vor Schlamm triefte und außerdem einige Kletterpartien über Stock und Stein beinhaltete. Mit nassem Laub als Untergrund und Turnschuhen als Untersatz macht das alles eher weniger Spaß, und kurz vorm Gipfel sackte ich in der Tat einmal bis zum Knöchel ein. Lecker. Oben angekommen konnte man nach rechts und nach links jeweils 200 Meter in den Nebel blicken. Zugegeben war der Aufstieg durch die tropischen Bergwälder nicht uninteressant, und ein Botaniker hätte sicherlich mit der Zunge geschnalzt, aber ich hätte das Ganze doch lieber bei schönem Wetter unternommen.
Es sollte verständlich sein, dass ich für den Abstieg den deutlich längeren Weg über die Teerstraße wählte. Somit kam ich auch an einer interessanten Teeplantage/-fabrik vorbei, und dort waren drei junge Chinesen aus den Highlands (eigentlich: Malaysier chinesischer Abstammung) bereit, mich in den nächsten Ort mitzunehmen. Der eher zur extrovertierten Spezies gehörende Junge am Steuer hätte auf der schmalen Bergstraße beinahe einen Unfall gebaut, als er ohne zu bremsen in die (nicht einzusehende) Kurve ging und hinter dem Felsmassiv plötzlich ein Auto erschien. Freundlich wies ich ihn darauf hin, dass Italiener und Griechen, ebenfalls für sportliches Fahren bekannt, an solchen Stellen die Hupe gebrauchen, aber damit erreichte ich nur, dass er selbige von nun an bei allen passenden und unpassenden Gelegenheiten einsetzte. Auf der Hauptstraße angekommen wähnte ich mich sicher, aber nun legte der Fahrer erst richtig los und stellte die Fahrkünste eines Longlong Krutwig mühelos in den Schatten. Es wurde auf einer nicht wirklich gut einzusehenden Straße mit hohem Tempo überholt, und als Gegenverkehr kam (das Manöver war bereits abgeschlossen), blieb er einfach in der Mitte, um dadurch das entgegenkommende Auto an den Straßenrand zu drängen. Argh. (Ich mag Spieltheorie, aber nicht so sehr, dass ich am eigenen Leib erfahren müsste, wie das Nash-Gleichgewicht im Chicken-Spiel aussieht.) Zwischendurch rief noch der Herr Papa auf dem Handy an und wollte anscheinend die Meinung des Sohnes zur Lage der Nation wissen. Insgesamt war ich heilfroh, dass ich das Auto in Brinchang unbeschadet verlassen konnte.
Der Nachmittag verging mit Verpflegung, dem Kauf einer Salbe, um meine Sandfliegen-Stiche zu versorgen und etwas emailen und bloggen dann relativ ruhig. Vielleicht schaffe ich es ja morgen auch etwas zu arbeiten, wenn das Wetter so bleibt...
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